Letzten Montag ist Jette zehn geworden. Zehn. »Das ist eine Eins mit einer Null dahinter«, weiß Jette. Jettes Vater sagt, das nennt man »zweistellig«. Schon ein komisches Gefühl irgendwie, zweistellig zu sein. Findet Jette. »Es gibt Leute, die werden sogar dreistellig. Einhundert Jahre. Und noch mehr! Wie diese Riesenschildkröten im Zoo.« Jettes Bruder Emil ist nur sechs geworden. Das ist bloß einstellig.

Jette erzählt uns, wie das so war, als Emil krank wurde und dann plötzlich nicht mehr da war. Sie erinnert sich an die Zeiten davor, an schöne Urlaube mit der Familie, Fragen, die sie ihren Eltern stellte und auf welche diese nie an die üblichen Neckereien zwischen Geschwistern und an all die eine Antwort hatten: Können Blindschleichen niesen? Wieso ist die Sonne so heiß? Und was ist das eigentlich: Sterben? Was passiert mit uns, wenn wir tot sind? Und überhaupt: Schlafen Fische eigentlich auch? Und werden die schwarzen Wutwolken, die Jette seit einem Jahr malt, eines Tages wieder heller werden? Müssen sie das überhaupt?

Jens Raschke hat ein undogmatisches, manchmal heiteres und manchmal auch trauriges Einpersonenstück über eines der letzten Tabuthemen unserer Zeit geschrieben: das Erlebnis und die Bewältigung des Todes durch ein Kind. Dabei geht es nicht um Antworten, sondern um unseren Umgang mit den kleinen, großen und letzten Fragen des Lebens.

 

Junge Bühne alle Plätze
Erwachsene   12,00 €
ermäßigt         6,00 €