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Vom "Prospekt-Chaos" zum fertigen Spielplan
Mit der Kamera hinter die Kulissen ...

Sind Sie schon neugierig? Denn auch bei uns heißt es endlich wieder: „Bühne frei“ für das neue Programm 22-23. Doch stellen Sie sich einmal vor, Sie nehmen an einer Quizshow teil und werden gefragt: Wie geht das – einen Spielplan machen?

Die Antwort kann ich Ihnen keineswegs in einem Satz geben. Aber ich möchte den Saisonstart einmal zum Anlaß nehmen und Ihnen ein bisschen davon erzählen, wie spannend und dynamisch unsere Arbeit hinter den Kulissen ist, bis aus einem unüberschaubaren
"Prospekt-Chaos“ ein konkreter Spielplan mit vielen verlockenden Gastspielen über die Bühne gehen kann.

Ich lade Sie herzlich ein:
Werfen Sie einen Blick auf all die Fotos, die von unserer Arbeit hinter den Kulissen erzählen. Sie bekommen hier mal einen kleinen Einblick in unsere „Planungs-Werkstatt“ und tauchen in einen Bereich ein, der den Theaterbesuchern sonst quasi eher verschlossen bleibt.

Schon die Bielefelder Stadthalle, wo jährlich die große Theatermesse stattfindet und alle Gastspielbühnen zu einem bunten Rundgang eingeladen sind, - macht doch gleich was her ! 
Und tatsächlich stoßen wir hier auf ein umfangreiches Gastspiel-Angebot, so als säßen wir an einem reich gedeckten Tisch in einem schönen Schlaraffenland voller Köstlichkeiten.

Hier treffen wir viele Ansprechpartner:innen, mit denen wir uns seit Jahren austauschen oder zusammentun, um für Sie neue mitreißende Aufführungen möglich zu machen. Hier treffen wir Kollegen und Kolleginnen, begegnen aber auch Künstlern und Künstlerinnen, für die unsere Bühne längst ein künstlerisches Zuhause geworden ist. Oder wir lernen ganz neue kennen, mit denen wir absolutes Neuland betreten, weil wir deren mutige Stückideen bisher so noch nicht in unserem Programm dabei hatten. 
Zwischen den ersten Ideen und dem Beginn einer neuen Spielzeit liegen gute zwölf Monate, in denen wir immer wieder an einem Gesamtkonzept feilen, bis sich der Spielplan zu einem faszinierenden Zusammenspiel von allen Stücken verdichtet.

[Fast] alle Produktionen klingen vielversprechend. Doch welche können auf unserer Bühne möglich sein? Welche passen in ein neues Spielplankonzept? Welche Bühnenbilder sind technisch realisierbar, damit die notwendigen Umbauten später am Vorstellungstag auch klappen, und welche Stücke passen zu welcher Altersstufe ?
Im zeitigen Frühjahr geht das Spielzeitheft in den Druck. Bis dahin muss das neue Programm stehen. Natürlich müssen immer auch die finanziellen Bedingungen stimmen und die Termine passen. Sind diese Hürden genommen, werden anschließend die Verträge gemacht und die Texte für das neue Spielzeitheft geschrieben.

Ich mache das seit nun schon zwanzig Jahren. Wobei ich auch sagen muss, ich habe nie gezählt, wie viele Prospekte ich seitdem gesichtet habe. Egal, ob es Programmangebote oder Künstlerbiographien waren, auf den ersten Blick sieht alles immer erst ganz schön unübersichtlich und durcheinander aus.
Manchmal überlappen sich sogar drei Spielzeiten gleichzeitig, wenn die alte Saison vor der Sommerpause noch nicht ganz abgespielt ist, die neue mit ihrem bunten Programm fast schon in den Startlöchern steckt und Sie Ihre Plätze für die neue Saison einnehmen werden, dann sind wir mit unserer Programmplanung gedanklich bereits in der übernächsten ! Saison.


Noch ist der Timer 2023/24 ganz leer. Aber es wird nicht mehr lange dauern, bis wir hier die ersten Termine optioniert haben, damit wir auch in der nächsten Saison wieder sagen dürfen: Hereinspaziert und Bühne frei ...
Das klingt doch vielversprechend – oder ?

Für mich ist es eine traumhaft schöne Arbeit und jede Saison eine neue Herausforderung.
Ich hoffe, Sie sind neugierig geworden !
Doch zunächst wünsche ich Ihnen und uns eine erfolgreiche Spielzeit 22-23.


Herzlich „auf bald“ !

Ihre Musikdramaturgin
Helga Christel Gemsa