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Theater mit der Familie – kann das gut gehen? Das Stück «Gaia Gaudi» wirft die grosse Frage nach der Ablösung auf.

>>Die dralle Hanna hat verstrubbelte Haare, eine ausgeblichene Schürze und natürlich eine rote Nase. Auch wenn sie kein einziges Wort spricht: Allen ist klar, was für eine freche Göre sie ist.

Hannas Schöpferin Gardi Hutter ist in einem Alter, in dem sich andere zur Ruhe setzen. Stattdessen will es die 65-jährige Maestra der Clownkunst noch einmal wissen.

Ihr neues Stück «Gaia Gaudi» ist keine herzige Homestory. Es ist der Versuch herauszufinden, was der «Generationenkonflikt» konkret bedeutet. Ein Experiment im Labor der innerfamiliären Konflikte sozusagen. «Wir wollten ‹in die Chemie›», sagt Gardi Hutter zum Stück, in dem auch ihre Kinder auftreten.

Natürlich hätte man auch ein Varieté machen können, wo alle zeigen, was sie am besten können. Das wäre zwar kuschelig geworden, aber langweilig für die Bühne.

Gardi Hutters Tochter Neda ist Sängerin, Sohn Juri Cainero Perkussionist und seine Frau Beatrix Navarro ist Choreografin. Zusammen haben sie in Marseille eine eigene Kompanie. Auch wenn keiner von ihnen Clownerie im Sinne der Maestra betreibt, sind sie Konkurrenten.

Gardi Hutters Clownfigur Hanna hat sich bereits einige Gedanken über das Sterben gemacht. In ihren letzten Soloprogrammen war der Tod allgegenwärtig.

In «Gaia Gaudi» ist Hanna tot, wenn das Stück anfängt. Doch sie macht fröhlich weiter auf der Bühne, als wäre nichts gewesen. Das könnte klappen, wäre da nicht die junge Generation, die an die Tür poltert und ihren Platz einfordert.<<